Kampf gegen die Hizmet-Bewegung steigt in den All: Samanyolu-Sendergruppe aus Türksat geworfen

 

Kampf gegen die Hizmet-Bewegung steigt in den All

Samanyolu-Sendergruppe aus Türksat geworfen

Der Kampf von Erdoğan gegen die Hizmet-Bewegung erreicht das All. Die Sender der Samanyolu-Gruppe werden vom Satelliten Türksat nicht mehr gelistet. Ein weiterer Schritt zur völligen Gleichschaltung türkischer Medien.

Sie heißt übersetzt Milchstraße. Sie sendet buchstäblich über den ganzen Globus; zu ihren Sendegebieten gehören Europa, Asien, Amerika, Afrika, Ozeanien. 1999 wurde sie mit Serien wie ‘Sır Kapısı’ (Tür des Geheimnisses) breiten Kreisen bekannt, 2008 schaffte ihre Serie ‘Tek Türkiye’ (Eine Türkei), in der die Erlebnisse eines Arztes im Südosten des Landes thematisiert werden, in den EinschaltquotenSamanyolu auf die vorderen Plätze. Mit Dünya TV hatte sie das erste kurdischsprachige Privatfernsehen der Türkei gegründet.

Es ist die Rede von der Sendergruppe Samanyolu TV. Mittlerweile gehören der Gruppe acht Fernsehkanäle und drei Radiostationen. Sie wurde im Januar 1993 gegründet, gehörte somit zu den ersten privaten Sendern der Türkei. Doch damit soll bald Schluss sein. Samanyolu TV fällt dem Vernichtungsfeldzug des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan zum Opfer. Sie ist in der Nacht auf Sonntag, am 14. November 2015, aus dem Programm des Satelliten Türksat verbannt worden.

“Unsere Werbekunden werden vom Palast bedroht”

Damit werden die Fernsehsender für die breite Masse der Fernsehzuschauer in der Türkei nicht mehr erreichbar sein. Die Fernsehkanäle der Gruppe wurden schon vor einigen Wochen aus der digitalen Plattform tivibu sowie dem türkischen Kabelangebot verbannt. Der Sender macht schwierige Zeiten durch. Vor zwei Wochen hatte er die Produktion von ihren Serien gestoppt. Es hieß zunächst für zwei Wochen. Doch wie nun bekannt wurde, musste sie hunderte von Mitarbeitern kündigen.

Dass die schwierige Zeit des Senders politische Ursachen hat, ist kein Geheimnis. Der Programm-Koordinator des Senders, Murat Kesgin, gab der Zeitung Cumhuriyet vergangene Woche ein Interview, in der über die schwierige Lage des Senders sprach. Er sagte: „Unsere Werbekunden werden vom Palast (gemeint ist der Präsidentenpalast Ak Saray) bedroht. Auch wir werden von Vertretern des Palastes offen bedroht. Ich denke, hinter den ganzen Drohungen steht Erdoğan. Folglich haben wir gegenüber dem vergangenen Jahr große Verluste erlitten, was die Werbeeinnahmen betrifft.” Kesgin sagte auch, dass ihre Sender auf Ratinglisten willkürlich auf unteren Plätzen gezeigt werden.

Staatliche Zwangsverwalter für den Sender vorhergesagt

Ob es dabei bleibt, bleibt abzuwarten. Kolumnisten, die in regierungstreuen Medien anderen Medien offen drohen, haben für Samanyolu TV und die Zeitung vorhergesagt, dass auch sie unter einen staatlichen Zwangsverwalter gestellt würden. Ende Oktober war der Koza İpek-Konzern unter staatliche Zwangsverwaltung gestellt worden. Danach wurden die Fernsehsender und Zeitungen der Gruppe gleichgeschaltet und auf Regierungskurs gebracht.

Die betroffenen Medienorgane

Zu den Medienorganen, die seit dem 14. November über den Türksat-Satelliten nicht mehr empfangen werden können, gehören folgede:

Samanyolu Avrupa

Ebru TV

Mehtap TV (Kulturkanal)

Samanyolu Haber (Nachrichtenkanal)

Yumurcak TV (Kinderkanal)

Dünya TV (Kurdischsprachiger Kanal)

MC TV

Samanyolu Afrika

Tuna Shopping TV

Burç FM (Radio)

Samanyolu Haber (Radio)

Radyo Mehtap (Radio)

Radyo Cihan

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